Die Automobilindustrie steht vor einem Umbruch: Neben der Elektromobilität beschäftigt die Branche ebenso die Entwicklung des selbstfahrenden Autos. Auch für den Automobilzulieferer Continental ist das ein ganz wichtiges Thema. So wichtig, dass mit 2025AD eine eigene Plattform für automatisierten Fahren ins Leben gerufen wurde.

Wir haben mit Stephan Giesler, Head of Digital Innovation Dialogue bei Continental, über die Plattform und die Rolle von Content-Marketing gesprochen.

 

CM.Com: Willkommen Stephan! Seit 2015 leitest Du bei Continental den Bereich „Digital Innovation Dialogue“ – klingt sehr spannend, aber was bedeutet das genau?

Stephan Giesler: Zu den großen Innovationen unserer Zeit muss es einen offenen, gesellschaftlichen Dialog auf Augenhöhe geben, gerade wenn sie so umwälzend sind wie z. B. das automatisierte Fahren. Diesen Dialog wollen wir fördern. Und digital ist er, weil wir natürlich eine Plattform für möglichst viele Menschen bieten wollen.

CM.Com: Continental ist ein global agierender Konzern und gehört zu den größten Automobilzulieferern der Welt. Welche Rolle nimmt Content-Marketing in der Unternehmenskommunikation ein?

Stephan Giesler: In gewissem Sinne könnte man sagen, dass wir schon immer Content-Marketing betreiben. Denn wir versuchen, nicht nur Produkt- oder Unternehmensnews zu veröffentlichen, sondern diese auch immer in den Kontext zu setzen, warum sie über unser Unternehmen hinaus wichtig sind und was sie eigentlich bedeuten. Abgesehen davon hat auch das klassische Content-Marketing seinen Platz in der Kommunikationsklaviatur.

CM.Com: Auf Eurer Plattform 2025AD dreht sich alles ums automatisierte Fahren – ein Thema, bei dem es sicherlich noch einige Vorbehalte gibt. Ist Content-Marketing für Euch ein ideales Instrument, um Aufklärung zu betreiben, oder welche Strategie verfolgt Ihr damit?

Stephan Giesler: Information – vielseitige Information – ist die eine Sache, aber Dialog die andere. Uns ist wichtig, dass auch kritische Stimmen zu Wort kommen, ob in Form von Artikeln oder in Form von Kommentaren oder Feedbacks. Daraus lernen wir als Organisation ja auch. Zur Strategie sage ich in meinem CMCX-Vortrag dann noch ein bisschen mehr… 

Screenshot vom Portal 2025AD.

CM.Com: Wenn wir es richtig sehen, wendet sich 2025AD auch an Endkunden. Was versprecht Ihr Euch als B2B-Unternehmen davon?

Stephan Giesler: Das sind ja die alles entscheidenden Stakeholder! Ohne Akzeptanz durch die Endverbraucher wird automatisiertes Fahren nicht stattfinden. Und nur so können wir Produkte und Services entwickeln, die auf diese Bedürfnisse eingehen – auch wenn die Produkte dann erst noch durch andere verbaut werden.

CM.Com: Wie wird bei Euch der Content produziert? Nach welchen Kriterien wählt Ihr Themen und Autoren aus?

Stephan Giesler: Vor allem müssen sie natürlich relevant sein und eine gewisse Bandbreite abdecken. Mir ist außerdem wichtig, dass die Themen auch verständlich und nicht dozierend, gerne auch mal mit einem Augenzwinkern, erläutert werden. Auch Meinungsbeiträge sind sehr willkommen, es geht uns ja darum, die Meinungsbildung zu unterstützen.

Mir ist wichtig, dass die Themen auch verständlich und nicht dozierend, gerne auch mal mit einem Augenzwinkern, erläutert werden. Auch Meinungsbeiträge sind sehr willkommen.

CM.Com: Was sind Eure wichtigsten KPIs? Ist die Erfolgsmessung bei einer Plattform, bei der es mehr um Aufklärung und Wissensvermittlung geht, nicht etwas schwierig?

Stephan Giesler: Wir schauen hier auf Reach, Engagement und Learnings, die wir gewinnen können. Echte Wirksamkeitsindikatoren wären nur mit unverhältnismäßigem Aufwand zu messen.

CM.Com: Was auffällt: Die Website gibt es auf Englisch und auf Chinesisch. Wird der Content 1:1 übersetzt oder gibt es spezielle Inhalte für den chinesischen Markt?

Stephan Giesler: Die Kollegen in China übernehmen viel „Standardcontent“ von uns, wir wiederum übernehmen gerne auch spezielle Artikel, die Einsichten in den chinesischen Markt gewähren, die andere so nicht geben können.

CM.Com: Final noch unsere obligatorische Abschlussfrage: Welche drei Promis würdest Du mit auf einen Roadtrip in einem selbstfahrenden Auto mitnehmen?

Stephan Giesler: Tim Berners-Lee, Barack Obama und Jogi Löw.

 Vielen Dank für das Interview, lieber Stephan. Wir sind gespannt, was in den nächsten Jahre in Sachen automatisiertes Fahren passiert, und wünschen Dir weiterhin viel Erfolg!

Zur Person:

Stephan Giesler leitet seit 2015 den Bereich „Digital Innovation Dialogue“ der Continental AG. Er studierte Medienmanagement an der Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hannover und arbeitete als freier Autor für den Bundesverband Digitale Wirtschaft. Sieben Jahre lang lebte er in Montevideo, Uruguay, wo er eine Multimedia-Agentur besaß und für das Goethe-Institut arbeitete.

Seit 2007 arbeitete er in verschiedenen Management-Positionen für die Continental AG in den Bereichen Interactive Marketing, Markenführung und Kommunikation. Seit 2016 leitet er hauptverantwortlich 2025AD – eine öffentliche, neutrale Diskussionsplattform der Continental AG zur Zukunft und Bedeutung des automatisierten Fahrens und ist in diesem Kontext auch häufiger als Speaker anzutreffen.

Stephan Giesler ist Mitglied des Bundesverbandes deutscher Pressesprecher sowie der Deutschen Gesellschaft für Transaktionsanalyse.

Ihr möchtet mehr über den Case erfahren?

Am 06. März 2018 steht Stephan Giesler auf der Bühne der CMCX und gibt dem Publikum exklusive Hintergrundinfos zu diesem spannenden Projekt.

Alle Infos zur CMCX

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