Eine sehr gute News fĂŒr den Markt fĂŒr Software und Tools im Content-Marketing in Deutschland kommt ganz frisch aus MĂŒnchen. Content-Strategie-Vordenker Mirko Lange und sein Team haben in der vergangenen Woche fĂŒr den weiteren Expansionskurs von Scompler eine krĂ€ftige Finanzspritze bekommen. Besonders erfreulich: Mit „main incubator“ (dem Technologie-Investor der Commerzbank) sowie Bayern Kapital (VC des Freistaats Bayern) investieren zwei deutsche Unternehmen in die Content-Marketing-Plattform.

Scompler-Verkauf und Scompler-RĂŒckkauf: Die Achterbahnfahrt der letzten Jahre

Wenn man in die nahe Vergangenheit schaut, so hat Scompler bereits einen klassisch, unklassischen Weg als Start-Up hingelegt. Knapp ein Jahr nach dem Marktstart hatte Mirko Lange Anfang 2016 Scompler an das kanadische Softwareunternehmen ScribbleLive verkauft. Sein Plan: Scompler frĂŒhstmöglichst zu internationalisieren und schnell ein weiteres Standbein auf dem amerikanischen Kontinent aufzubauen. ScribbleLive fand in Scompler zudem eine perfekte Chance fĂŒr den Eintritt in den deutschen Markt. Es war ein erneuter Transfer von Tech „Made in Germany“ in die HĂ€nde eines Unternehmens in Übersee.

Der Plan ging allerdings nicht auf. Die Zusammenarbeit zwischen Scompler und ScribbleLive funktionierte aus diversen GrĂŒnden nicht. Hauptgrund war die unterschiedliche Ausrichtung: WĂ€hrend ScribbleLive es vor allem ganz amerikanisch „einfach und schnell“ bevorzugte, hielt Mirko Lange daran fest, Scompler weiterhin als strategisches Tool auszubauen. ScribbleLive Ă€nderte nach einem Managementwechsel seine Internationalisierungsstrategie, was sich natĂŒrlich negativ auf das deutsche Scompler auswirkte: ScribbleLive hat schlichtweg weniger in den weiteren Ausbau des Tools fĂŒr „Strategisches Content Marketing“ (SCOM) investiert. Man kann sich vorstellen, wie frustrierend das fĂŒr Mirko Lange gewesen sein muss.

Er glaubte allerdings fest an den Erfolg von Scompler, und anstatt angesichts dieses RĂŒckschlags aufzugeben, ging er ins volle Risiko: Im Rahmen eines Management Buy-Outs im Mai 2018 wurden die Anteile zu 100% von ScribbleLive zurĂŒckgekauft und Scompler dann quasi mit nur noch einer Rumpfmannschaft neu gestartet – fast wie einen Windows-Rechner nach einem Blue-Screen.

Eine irre Achterbahnfahrt und aufgrund der ins Stocken gekommenen Weiterentwicklung der Software ein mutiges Unterfangen.

Neustart im Mai 2018 und neuer Investor nach knapp zwei Jahren

Dieses Mal ging der Plan auf. Scompler ist seit Mai 2018 von sieben auf gut ĂŒber 30 Mitarbeiter gewachsen – und das aus dem eigenen Cashflow. DafĂŒr hat das Unternehmen mit der Deutschen Bahn, Geberit, NestlĂ©, BASF, HRS, dem Flughafen DĂŒsseldorf, ADAC und Merck große Marken gewonnen, die zum Teil mit 200 Leuten und mehr an der Software arbeiten. Insgesamt setzen inzwischen nach Angaben von Scompler mehr als 100 Unternehmen auf die SaaS-Lösung.

Es verwundert niemanden in der Branche, dass man auch bei so einer beachtlichen Entwicklung lediglich aus dem eigenen Cash-Flow nur begrenzt wachsen kann und dass man Finanzmittel fĂŒr die weitere Expansion benötigt. Zu ressourcenintensiv ist die Softwareentwicklung, zu dynamisch der deutschsprachige Markt. Und auf dem Enterprise-Level, auf dem sich Scompler mittlerweile bewegt, mĂŒssen Projektmanagement und Marketing professionalisiert werden, um das Produktportfolio stetig weiterzuentwickeln.

Den Zuschlag erhielt jetzt „main incubator“. Und nicht zufĂ€llig ist dies ein Unternehmen der Commerzbank-Gruppe. Die Commerzbank hat sich nĂ€mlich selbst dazu entschieden, Scompler einzufĂŒhren. Der Tipp fĂŒr das Investment beim Accelerator kam dabei aus der Commerzbank-Kommunikationsabteilung selbst. Quasi der Königsweg! Bayern Kapital spiegelte das Investment von „main incubator“; die Finanzierungssumme des Leadinvestors wird damit zu gleichen Konditionen verdoppelt. Brisant: Die intensive Due Diligence zog sich so lange hin, dass der Notartermin eine Woche nach dem Lockdown angesetzt war – und COVID-19 damit fast noch die BemĂŒhungen vernichtet hĂ€tte.

Exakte Zahlen sind nicht kommuniziert. Auf dem Content-Marketing Markt wird gefunkt, dass Scompler Kapital in Höhe von 1,5 bis 3 Millionen Euro gesucht hat. Laut Scompler haben die beiden Investoren eine 20 prozentige Beteiligung erworben. Das ergibt dann eine Unternehmensbewertung zwischen 8 und 15 Millionen Euro. Ordentlich!

Content-Betriebssystem – wird Scompler die allumfassende Lösung?

Wer eine der fĂŒhrenden Content-Marketing Plattformen entwickelt, hat jetzt natĂŒrlich auch einige Kommunikationsstrategien und -slogans fĂŒr die Vision des Unternehmens erarbeitet. Scompler möchte „den Markt fĂŒr Content-Marketing und Newsrooms nachhaltig verĂ€ndern“. Am interessantesten wird es aus Marketingsicht in Zukunft, wie Mirko Lange und sein Team den Begriff „Content-Betriebssystem“ erklĂ€ren wollen und mit Funktionen gefĂŒllt bekommen.

Fazit: Es ist wundervoll zu sehen, dass ein Glaube an ein Produkt und seinen Nutzen belohnt wird. Zum einen bei dieser Finanzierungsrunde, als auch bei den neusten Nachrichten aus dem operativen GeschÀft. Mirko prÀgt seit Jahren den deutschsprachigen Content-Markting-Markt und von daher senden wir aus Kölle:

Einen herzlichen GlĂŒckwunsch und viel Erfolg nach MĂŒnchen – wir bleiben bei Scompler am Ball!

Weitere Informationen zu dem Scompler-Deal im Blog des Unternehmens