Deutschlands erfolgreichster Fußballverein rüstet medial auf und hat dafür eine Tochterfirma gegründet. Mischt der FC Bayern München damit zukünftig auch im Content-Marketing mit?

Dieses Jahr hat sich schon einiges auf dem Content-Marketing- und Agenturmarkt getan: Erst kürzlich erschuf Axel Springer mit der Axel Springer Corporate Solutions GmbH & Co. KG eine Unit, um den Medienriesen stärker als Content-Marketing Dienstleister zu positionieren (mehr Infos). Bekommen die etablierten Content-Profis bald Konkurrenz aus einer gänzlich unerwarteten Ecke, und zwar von einem, der das Siegen sozusagen in den Genen hat?

Denn auch bei Sportvereinen gibt es schon seit längerem den Trend, die eigentliche Kernkompetenz zu überschreiten und das vorhandene mediale Know-how selbst zu nutzen, oder kurz gesagt: Sportvereine werden wie Unternehmen, die Content-Marketing betreiben, zu Medienhäusern. Sie haben ihre eigenen TV- und Radiosender und berichten in ihren Print- und Online-Magazinen, ganz zu schweigen von der Fülle an Social-Media-Aktivitäten.

Ab der Saison 2018/19 ändert sich die Medienarbeit des FC Bayern

Jetzt ist der nächste, konsequente Trend zu beobachten. So ist der FC Bayern München noch einen Schritt weitergegangen und hat im Mai eine eigene Medientochter gegründet: Die FCB Digital & Media Lab GmbH bündelt alle bisherigen Medien- und Digitalaktivitäten und soll zum Start der Saison 2018/19 die Arbeit aufnehmen.

Den Vorsitz der Geschäftsführung übernimmt Stefan Mennerich (er bleibt weiterhin Direktor Medien, Digital und Kommunikation der FC Bayern München AG). Zu den Plänen sagt er: „Wir wollen mit dem FCB Digital & Media Lab unsere enorme mediale Reichweite weiter ausbauen. In der Folge können wir dadurch auch unsere Internationalisierung unterstützen und weitere Erlöse in den Bereichen Medien, Merchandising und Sponsoring erwirtschaften. Zudem werden wir unsere Infrastruktur und unser Know-how auch als Dienstleistung für Dritte am Markt anbieten.“ (Hier geht’s zur Pressemitteilung des FC Bayern.)

Content-Marketing bei den Bayern als zukünftiges Erlösmodell?

Es bleibt abzuwarten, was mit dem letzten Satz tatsächlich gemeint ist. Plant der weltweit mitgliederstärkste Verein, nicht nur seinen eigenen Content zu verbreiten, sondern sein daraus gewonnenen Wissen als (Content-Marketing-)Agenturleistung anzubieten?

Aktuell ist das Ziel, das Rechenzentrum und die eigens angepasste SAP-Software Partnern zur Verfügung zu stellen (weitere Hintergründe und eine Analyse dazu lest Ihr auf sponsors.de). Dennoch wäre es ein quasi logischer Schritt, die anderen Bereiche der FCB Digital & Media Lab GmbH wie die Redaktion (Social Media, Website, TV, Print) und die Medienproduktion für weitere Erlösmodelle bereitzustellen. Damit wäre der FC Bayern eine echte Konkurrenz für alle Content-Marketing Agenturen, zumindest für solche, die sich im Bereich Sport bewegen.

Klingt spannend, oder?

1 Kommentar

  1. Okay, hört sich spannend an. Ja, warum auch nicht? Geld ist schließlich vorhanden. Dann kann man sich die Kompetenz einkaufen. Wirtschaftliche Verbindungen zur Wirtschaft sind auch vorhanden.

    Allerdings habe ich manchmal meine Zweifel, ob sich der Sport zu sehr in andere Bereiche hineindrängen sollte. Wenn ich gerade sehe, wie die jüngste Debatte im deutschen Fußball nach dem desaströsen Auftritt bei der WM in Russland läuft, habe ich so meine Bedenken.

    Da gibt es auch Kommentare vom FC Bayern (von Verantwortlichen), die nicht gerade sehr informiert und Weitsicht daherkommen.

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